11. Taekwon-Do Form Po-Eun Hyong

11. Taekwon-Do Form Po-Eun Hyong

DIe 11. Hyong wird mit 36 Techniken gezählt. Die ersten 18 Techniken werden gespiegelt auf einer seitlichen Linie wiederholt.

Historischer und Philosophischer Hintergrund der 11. Kwang-Gae Hyong

  1. Hyong Po-Eun – Loyalität und Treue zu den eigenen Überzeugungen

Die 11. Hyong ist nach Po-Eun, dem Gelehrtennamen von Jeong Mong-ju (1337–1392), benannt. Er war ein bedeutender koreanischer Staatsmann, Diplomat, Gelehrter und Dichter in den letzten Jahren der Goryeo-Dynastie.

Jeong Mong-ju lebte in einer Zeit großer politischer Veränderungen. Neben seiner Tätigkeit als Gelehrter übernahm er hohe Staatsämter, war diplomatisch tätig und setzte sich für die Stabilisierung des zunehmend geschwächten Goryeo-Reiches ein.

Als der General Yi Seong-gye und dessen Anhänger zunehmend an Macht gewannen und einen Dynastiewechsel vorbereiteten, hielt Jeong Mong-ju an seiner Loyalität gegenüber Goryeo fest. Im Jahr 1392 wurde er getötet. Sein Tod wird mit der Seonjuk-Brücke in Kaesong verbunden. Noch im selben Jahr endete die Goryeo-Dynastie und die Joseon-Dynastie wurde gegründet.

Besonders bekannt wurde Jeong Mong-ju als Symbol für Treue und Prinzipientreue. Mit ihm wird das Gedicht Dansim-ga verbunden, in dem er sinngemäß erklärt, dass selbst wiederholter Tod seine Loyalität nicht verändern würde.

Die Po-Eun-Hyong besteht aus 36 Bewegungen. Für die Zahl 36 nennt die traditionelle Taekwon-Do-Erklärung keine besondere historische Bedeutung. Eine besondere Bedeutung besitzt dagegen das Laufdiagramm: Die Hyong verläuft entlang einer geraden horizontalen Linie, die Jeong Mong-jus unerschütterliche Loyalität gegenüber König und Land symbolisieren soll.

Die traditionelle ITF-Erklärung bezeichnet Jeong Mong-ju außerdem als einen Pionier auf dem Gebiet der Physik. Diese Aussage lässt sich historisch nicht überzeugend belegen und wurde deshalb hier nicht übernommen.

Auf das heutige Taekwon-Do übertragen:
Po-Eun erinnert daran, zu den eigenen Werten und Überzeugungen zu stehen – besonders dann, wenn dies schwierig wird. Loyalität bedeutet dabei nicht blinden Gehorsam, sondern Verlässlichkeit, Haltung und die Bereitschaft, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen.