12. Taekwon-Do Form Ge-Baek Hyong

12. Taekwon-Do Form Ge-Baek Hyong

DIe 12. Hyong wird mit 44 Techniken gezählt.

Historischer und Philosophischer Hintergrund der 12. Gae-Baek Hyong

  1. Hyong Ge-Baek – Disziplin und Entschlossenheit

Die 12. Hyong ist nach General Gyebaek benannt, einem Heerführer des koreanischen Königreichs Baekje, eines der Drei Königreiche Koreas. Über sein früheres Leben ist nur wenig zuverlässig überliefert. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rolle in den letzten Tagen Baekjes.

Im Jahr 660 wurde Baekje von den verbündeten Streitkräften des koreanischen Königreichs Silla und der chinesischen Tang-Dynastie angegriffen. Gyebaek stellte sich ihnen in der Schlacht von Hwangsanbeol entgegen. Nach der historischen Überlieferung führte er dabei etwa 5.000 Soldaten gegen eine zahlenmäßig deutlich überlegene Armee Sillas.

Den Truppen Baekjes gelang es zunächst, mehrere Angriffe zurückzuschlagen. Schließlich wurden sie jedoch überwältigt und Gyebaek fiel in der Schlacht. Kurz darauf wurde die Hauptstadt Baekjes eingenommen und das Königreich ging unter.

Die Ge-Baek-Hyong besteht aus 44 Bewegungen. Für die Zahl 44 nennt die traditionelle Taekwon-Do-Erklärung keine besondere historische Bedeutung. Das Laufdiagramm der Hyong soll dagegen Gyebaeks strenge militärische Disziplin symbolisieren.

Zur historischen Überlieferung gehört auch eine sehr problematische Episode: Das später entstandene Samguk Sagi berichtet, Gyebaek habe vor seinem letzten Feldzug seine Frau und seine Kinder getötet, weil er ihre Versklavung nach einer Niederlage befürchtete. Da diese Überlieferung mehrere Jahrhunderte nach den Ereignissen niedergeschrieben wurde und eine solche Tat aus heutiger Sicht keinesfalls als Vorbild gelten kann, sollte sie historisch eingeordnet und nicht als Taekwon-Do-Ideal verstanden werden.

Auf das heutige Taekwon-Do übertragen:
Ge-Baek erinnert vor allem an Disziplin, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen. Auch schwierigen Aufgaben begegnen wir mit Konzentration und der Bereitschaft, konsequent an uns selbst zu arbeiten.