13. Taekwon-Do Form Yu-Sin Hyong

13. Taekwon-Do Form Yu-Sin Hyong

DIe 13. Hyong wird mit 68 Techniken gezählt. Sie hat nicht nur die meisten Techniken, sondern ist auch die, die für den 1. Dan erlernt wird.

Historischer und Philosophischer Hintergrund der 13. Yu-Sin Hyong

  1. Hyong Yu-Sin – Führung und Verantwortung

Die 13. Hyong ist nach General Kim Yu-sin (595–673) benannt, einem der bedeutendsten Heerführer und Staatsmänner des koreanischen Königreichs Silla.

Kim Yu-sin gehörte in seiner Jugend den Hwarang an und entwickelte sich später zu einer der einflussreichsten militärischen und politischen Persönlichkeiten Sillas. Damit besteht eine direkte historische Verbindung zur 8. Hyong Hwa-Rang.

Im 7. Jahrhundert konkurrierten die koreanischen Königreiche Silla, Baekje und Goguryeo miteinander. Silla ging ein Bündnis mit der chinesischen Tang-Dynastie ein. Im Jahr 660 wurde Baekje besiegt, 668 folgte Goguryeo. Kim Yu-sin spielte eine wichtige Rolle in diesem Prozess, auch wenn er am Feldzug gegen Goguryeo im Jahr 668 aufgrund seines Alters und seiner gesundheitlichen Verfassung nicht mehr persönlich als Feldherr teilnahm.

Die Yu-Sin-Hyong besteht aus 68 Bewegungen. Nach der traditionellen Taekwon-Do-Erklärung beziehen sie sich auf die letzten beiden Ziffern des Jahres 668, das dort als Jahr der Vereinigung Koreas bezeichnet wird.

Historisch ist diese Formulierung zu vereinfachend. Mit dem Untergang Goguryeos war die politische Neuordnung der koreanischen Halbinsel noch nicht abgeschlossen. Silla musste anschließend gegen seinen bisherigen Verbündeten, die Tang-Dynastie, kämpfen. Außerdem bestand im Norden später das Reich Balhae. Treffender ist deshalb, 668 als einen entscheidenden Schritt im Prozess der Vereinigung eines großen Teils der koreanischen Halbinsel unter Silla zu beschreiben.

Eine besondere Bedeutung besitzt auch die Ausgangsstellung der Hyong. Sie symbolisiert nach der traditionellen Taekwon-Do-Erklärung ein auf der rechten statt auf der linken Seite getragenes Schwert. Damit wird Kim Yu-sins Bündnis mit der chinesischen Tang-Dynastie und sein Kampf gegen andere koreanische Reiche kritisch dargestellt.

Auch diese Bewertung muss historisch eingeordnet werden: Silla, Baekje und Goguryeo waren damals eigenständige und miteinander konkurrierende Königreiche. Die heutige Vorstellung eines bereits bestehenden einheitlichen koreanischen Nationalstaates lässt sich nicht ohne Weiteres auf das 7. Jahrhundert übertragen.

Auf das heutige Taekwon-Do übertragen:
Yu-Sin erinnert daran, dass Führung und Stärke immer auch Verantwortung bedeuten. Entscheidungen haben Folgen und sollten deshalb nicht nur entschlossen getroffen, sondern auch kritisch hinterfragt werden.