9. Taekwon-Do Form Chung-Mu Hyong
Die 9. Form Chung-Mu Hyong wird mit 30 Techniken gezählt.
Historischer und Philosophischer Hintergrund der 9. Chung-Mu Hyong
- Hyong Choong-Moo – Mut, Führung und Verantwortung
Die 9. Hyong ist nach Choong-Moo, dem posthum verliehenen Ehrentitel des koreanischen Admirals Yi Sun-sin (1545–1598), benannt.
Yi Sun-sin gehört zu den bekanntesten Militärführern der koreanischen Geschichte. Während der japanischen Invasionen Koreas von 1592 bis 1598 führte er die koreanische Flotte in zahlreichen Seeschlachten.
Seine Karriere verlief jedoch keineswegs geradlinig. Trotz seiner militärischen Erfolge geriet er in politische Konflikte, wurde seines Kommandos enthoben, verhaftet und verhört. Nach einer schweren Niederlage der koreanischen Flotte unter seinem Nachfolger wurde Yi erneut eingesetzt und baute die verbliebenen Seestreitkräfte wieder auf. Besonders bekannt wurde sein Sieg in der Schlacht von Myeongnyang 1597.
Eng mit Yi Sun-sin verbunden ist das Geobukseon, das berühmte koreanische „Schildkrötenschiff“. Die traditionelle Taekwon-Do-Erklärung schreibt Yi die Erfindung des ersten gepanzerten Kriegsschiffes im Jahr 1592 zu und bezeichnet es sogar als Vorläufer des modernen U-Bootes.
Historisch sollte diese Aussage vorsichtiger betrachtet werden. Vorformen von Schildkrötenschiffen waren bereits vor Yi Sun-sin bekannt. Unter seiner Führung wurden entsprechende Schiffe für den Krieg von 1592 vorbereitet, weiterentwickelt und erfolgreich eingesetzt. Die Bezeichnung als „Vorläufer des U-Bootes“ gehört dagegen zur späteren Taekwon-Do-Erzählung und ist keine sachliche Beschreibung der Schiffstechnik.
Yi Sun-sin fiel 1598 in der Seeschlacht von Noryang, als er während der Verfolgung der sich zurückziehenden japanischen Flotte tödlich getroffen wurde.
Choong-Moo besteht aus 30 Bewegungen. Eine besondere Symbolik besitzt das Ende der Hyong: Sie endet mit einem Angriff der linken Hand. Nach der traditionellen ITF-Erklärung soll dies Yi Sun-sins tragischen Tod und sein aufgrund politischer Umstände nicht vollständig ausgeschöpftes Potenzial symbolisieren. Dies ist eine Symbolik des Taekwon-Do und keine historische Tatsache.
Auf das heutige Taekwon-Do übertragen:
Choong-Moo erinnert daran, dass Können allein keine gute Führung ausmacht. Mut, Verantwortungsbewusstsein, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, auch unter schwierigen Umständen handlungsfähig zu bleiben, sind ebenso entscheidend.